Keller nach Starkregen oder Hochwasser trocknen
Ein Gewitter, ein überlasteter Kanal oder steigendes Grundwasser – und plötzlich steht Wasser im Keller. In der Region Leipzig kennen viele das von Starkregen im Sommer und von den Hochwassern an Mulde, Pleiße und Weißer Elster. So gehen Sie sicher und in der richtigen Reihenfolge vor.


1. Sicherheit zuerst
- Nicht in Wasser steigen, wenn Strom anliegen könnte. Sicherungen für den Keller vom trockenen Bereich aus abschalten; im Zweifel Netzbetreiber oder Elektriker rufen.
- Heizung und Gas: Steht die Heizungsanlage im Wasser, nicht selbst einschalten – Fachbetrieb informieren.
- Verunreinigtes Wasser: Hochwasser und Rückstau aus dem Kanal können Abwasser, Öl oder Chemikalien enthalten. Handschuhe und Gummistiefel tragen.
2. Dokumentieren und melden
Fotografieren Sie Wasserstand, Schäden und betroffene Gegenstände, bevor Sie aufräumen. Wichtig zu wissen: Schäden durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau sind in der Regel nicht über die normale Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt, sondern nur über eine zusätzliche Elementarschadenversicherung. Melden Sie den Schaden trotzdem sofort und fragen Sie, welche Kosten übernommen werden. Mehr dazu im Ratgeber Wasserschaden & Versicherung.
3. Wasser raus
Bei mehreren Zentimetern Wasser hilft eine Tauchpumpe, kleinere Mengen entfernen Sie mit Nasssauger und Schieber. Bei Hochwasser erst abpumpen, wenn der Wasserstand draußen gesunken ist – sonst kann der Druck des Grundwassers Wände und Boden beschädigen. Schlamm möglichst feucht entfernen, bevor er antrocknet.
4. Ausräumen und reinigen
Alles, was nass geworden ist, raus aus dem Keller: Kartons, Textilien, Holzregale. Durchnässte Dämmplatten und Gipskarton lassen sich oft nicht retten. Wände und Boden reinigen, damit kein Schlamm einschließt.
5. Trocknen mit Bautrockner und Ventilator
Jetzt beginnt die eigentliche Trocknung. Kellerwände aus Beton oder Mauerwerk speichern viel Wasser und trocknen nur langsam von allein – besonders, weil Keller kühl sind und kaum Luftaustausch haben. So geht es schneller:
- Ein Bautrockner pro etwa 30–50 m² Kellerfläche, bei sehr nassen Wänden eher mehr
- Ventilatoren auf die nassesten Wände richten
- Kellerfenster und Türen schließen, Kondensatschlauch in den Bodenablauf legen
- Wenn möglich den Keller leicht temperieren
- Fortschritt mit dem Feuchtemessgerät kontrollieren
Rechnen Sie mit ein bis drei Wochen, bei durchnässtem Mauerwerk auch länger. Wie Sie das Ende erkennen, steht im Ratgeber Wie lange muss ein Bautrockner laufen?
6. Vorbeugen für das nächste Mal
- Rückstausicherung prüfen lassen – sie ist bei vielen älteren Häusern nicht vorhanden oder nicht gewartet.
- Lichtschächte und Kellerabgänge gegen Oberflächenwasser sichern.
- Wertvolles nicht direkt auf den Kellerboden stellen.
- Versicherungsschutz für Elementarschäden prüfen.
Wie viele Geräte für welchen Keller?
| Keller | Geräte | Dauer (Richtwert) | Miete* |
|---|---|---|---|
| Einzelner Kellerraum (bis ca. 30 m²) | 1 Bautrockner + 1 Ventilator | 10–21 Tage | 196 € |
| Reihenhauskeller (ca. 50 m²) | 2 Bautrockner + 2 Ventilatoren | 10–21 Tage | 392 € |
| Einfamilienhauskeller (ca. 80–100 m²) | 3 Bautrockner + 3 Ventilatoren | 2–4 Wochen | 882 € |
* Beispielmiete für 14 bzw. 21 Tage, ohne Lieferung. Alle Preise sind Endpreise. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.
Vorsicht bei Heizöl und Abwasser
Riecht das Wasser nach Heizöl oder kam es aus der Kanalisation, gilt: nicht selbst hantieren. Bei Heizöl informieren Sie die Feuerwehr, bei Fäkalwasser muss gereinigt und desinfiziert werden, bevor getrocknet wird. Ölverschmutzte Putze und Estriche müssen oft ausgebaut werden – das gehört in die Hände eines Fachbetriebs. Die Trocknung beginnt erst danach.